Fast jede Diätempfehlung ist kombiniert mit der Empfehlung, Sport zu machen.
Dabei wird die Wichtigkeit und Unerlässlichkeit des Sports damit begründet, dass durch genügend Sport die Bilanz zwischen Nahrungsaufnahme und Kalorienverbrauch negativ wird. Diese Aussage bestreite ich natürlich nicht. Allerdings habe ich mit Sport meine eigenen Erfahrungen gemacht:
Seit vielen Jahren bin ich in einem Fitnessstudio Mitglied und trainiere fleißig 2-3 x die Woche. In der Anfangsphase wollte ich durch den Sport, den ich dort mache, schnell 15 Kilo abnehmen. Ich bin also auf das Laufband und bin gejoggt, auf den Stepper und bin gewalkt und auf das Fahrrad und bin gestrampelt. Manchmal habe ich alle drei Ausdauergeräte kombiniert, oft mehr als eine ganze Stunde. Anschließend bin ich dann an die Geräte und habe eine Stunde oder mehr die Gewichte bis über meine Schmerzgrenze hinaus gestemmt.
Ich war nach dem Training immer fix und fertig und wenn ich nicht schon in meiner Jugend Leistungssport gemacht hätte und mir deshalb der erschöpfte Zustand nach einem anstrengenden Training bekannt ist, dann hätte ich mit dem Sport definitiv aufgehört. Aber ich habe weitergekämpft und brav nach jedem Training geprüft, wie viele Kalorien verbraucht wurden. Wenn ich viel verbraucht habe, dann habe ich beim anschließenden Familienabendessen mehr gegessen, als an Tagen, an denen ich weniger verbraucht habe, oder gar keinen Sport gemacht habe.
Irgendwann habe ich im Fitnessstudio beim Abmelden am Computer die Funktion gefunden, bei der man überprüfen kann, wie viele Kalorien insgesamt seit Beginn der Mitgliedschaft verbraucht wurden. Als ich die Summe gesehen habe, musste ich laut lachen, denn nach dem dort angezeigten Kalorienverbrauch hätte ich gar nicht mehr anwesend sein dürfen, so viel habe ich insgesamt verbraucht. Da wurde mir schlagartig klar, dass ich durch diesen vielen Sport wahrscheinlich kein Gramm abgenommen habe, sondern das Ganze hat mich nur gestresst und in den ungesunden "Diätmodus" gebracht.
Daraufhin habe ich mir die anderen Menschen im Sportstudio genauer angeschaut: Es gibt dort sehr schlanke Menschen, die auf niedrigem Level ganz entspannt trainieren und es gibt sehr dicke Menschen, die an den Geräten auf sehr hohem Level trainieren, von einem Gerät zum nächsten hetzen und dabei einen extrem gestressten Eindruck machen.
Außerhalb des Studios kenne ich viele Menschen, die gar keinen Ausdauersport machen und dennoch sehr schlank sind und ich kenne dickere Menschen, die 3 x die Woche walken oder schwimmen.
Mir wurde klar, dass ich den Sport nicht als Maßnahme heranziehen sollte, um abzunehmen, sondern um meine Muskeln zu erhalten und VOR ALLEM, um mich wohl und fit zu fühlen.
Man darf auch nicht den Fehler machen und nach einer Sporteinheit mehr zu essen, als gewöhnlich, denn sonst war zumindest "abnehmtechnisch" alles umsonst.
Sport machen, um abzunehmen macht nur Sinn, wenn man sehr viel Sport macht. Dann muss man sich allerdings fragen, ob man dies dauerhaft in den Alltag integrieren kann. Wem es also im Alltag langweilig ist, der darf gerne 4 x die Woche 2 Stunden walken, oder aufs Fahrrad sitzen. Er wird mit großer Wahrscheinlichkeit abnehmen, wenn er nicht parallel dazu seine Kalorienzufuhr erhöht.
Wer aber nicht so viel Zeit hat (bei MIR ist dies der Fall), der sollte Sport nutzen, um einen Ausgleich zu schaffen, um Stress abzubauen, um sich selbst Gutes zu tun.
Damit es ein wenig anschaulich wird, ab wann sich Sport lohnt, um abzunehmen, hier ein Link auf eine Auswertung, mit der du berechnen kannst, wie viele Kalorien du bei diversen Sportarten verbrennst. Wenn ich bei meinem derzeitigen Gewicht JEDEN Tag eine Stunde walken würde (was ich zeitlich niemals in meinen Alltag integrieren könnte), dann dürfte ich ein Käsebrötchen mit Butter mehr essen, wie wenn ich diese Stunde auf dem Sofa gesessen und entspannt ein gutes Buch gelesen hätte.
Ich will damit auf gar keinen Fall sagen, dass man beim Abnehmen keinen Sport machen sollte. Im Gegenteil!!!
Aber man darf den Sport nicht überbewerten und auf keinen Fall denken, dass es reicht, wenn man mehr Sport macht und den Rest der Lebensgewohnheiten so belässt, wie früher.
Meine Erfahrung ist, dass man ausschließlich durch eine vernünftige, alltagstaugliche Ernährungsumstellung und moderaten Sport (der gut tut und Spaß macht!!!!!) dauerhaft abnimmt.
Stelle deine Gewohnheiten langsam, Schritt für Schritt um und nehme langsam ab. Sei geduldig und nachsichtig mit dir selbst und gebe nicht auf, nur weil du vielleicht im Urlaub oder an Festtagen "gesündigt" hast. Mach einfach danach weiter mit deinen neuen schlanken Gewohnheiten und du wirst weiter abnehmen.
SEI NETT ZU DIR SELBST!!!!
Hallo,
AntwortenLöschenein guter Blogeintrag.
Mir fehlt nur neben Ausdauertraining, dass auch Krafttraining angesprochen wird. Dabei ist nicht der Hauptsinn Kalorien zu verbrennen, sondern während des Abnehmens keine Muskelmasse zu verlieren oder sogar welche aufzubauen für den Grundumsatz.
Hallo,
AntwortenLöschenvielen Dank für die Rückmeldung.
Ich wollte mit meinem Blogeintrag deutlich machen, wozu Sport wichtig ist: Um Spaß zu haben, um sich wohler zu fühlen, um sich Gutes zu tun. Sport sollte man nicht unbedingt "benutzen", um abzunehmen.
Und natürlich wäre Krafttraining toll, um die Muskelmasse zu erhalten. Was aber, wenn man keine Zeit oder kein Geld hat, um ins Fitnessstudio zu gehen? Dann ist es doch immer noch besser, wenn man zuhause tanzt, oder Gymnastik macht, anstatt sich gar nicht zu bewegen. Ich bin der Meinung, dass wir das mit dem Sport und dem Kalorienzählen und dem Abnehmen nicht so bitterernst nehmen dürfen, da sowieso jede Studie und jeder Experte etwas anderes rät. Wir sollten alle freundlicher mit uns und unseren Schwächen umgehen. Wie heißt es so schön: Hinfallen, Krone richten, aufstehen und weitergehen. Und versuchen, dabei über sich selbst zu lachen.
Ich habe keine Zeit, um ins Fitnessstudio zu gehen und trotzdem mache ich Krafttraining und zwar zu Hause mit dem eigenen Körpergewicht. Da gibt es eine Reihe von guter Literatur oder auch Apps dazu.
AntwortenLöschenMein Zeitaufwand ist dabei dreimal 30 Minuten in der Woche. Wirklich nicht viel, aber der Effekt ist groß.
LG
3 x 30 Minuten müsste wirklich von jeder zu schaffen sein. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mehr Infos dazu hättest. Trainierst du mit einem Sling-Trainer, oder ganz ohne Hilfsmittel? Welche Kraftübungen machst du denn? Und welche Literatur kannst du empfehlen?
AntwortenLöschenIch gehe nach dem Buch "Fit ohne Geräte für Frauen" von Mark Lauren vor. Das war für mich als absolute Anfängerin super und ist es noch. Der Trainingsplan ist klar und ich weiß immer, welche Übung ich machen kann (es ist immer die, die ich gerade so noch schaffe). In 5 Kategorien gibt es je 25 Übungen, die Stück für Stück anstrengender werden.
AntwortenLöschenDazu brauche ich keine Geräte, aber manchmal eine Tür, einen Stuhl, eine Wand oder ein Handtuch. Also alles minimal. Der Effekt ist bei mir zumindest trotzdem deutlich (besseres Körpergefühl und messbarer, langsamer Muskelaufbau, obwohl ich auch langsam abnehme (keine Crashdiät, sondern behutsame Ernährungsumstellung mit 1 bis 2 kg Abnahme pro Monat).
Es gibt bestimmt auch noch andere Bücher mit guten Übungen für zu Hause, aber dieses kenne ich nun und kann es empfehlen.
Was ich dich auch noch fragen wollte: Was war denn die Initialzündung, damit du es geschafft hast, deine Gewohnheiten zu ändern? Warst du übergewichtig, oder warst du einigermaßen schlank und wolltest ein wenig schlanker werden?
LöschenGanz offensichtlich hast du es auch ohne meinen Blog geschafft, das richtige Maß an Sport und Ernährungsumstellung für Dich zu finden. Das Buch hat viele gute Bewertungen bei Amazon. Der Kauf lohnt sich bestimmt für diejenigen, die Krafttraining in ihren Alltag einbauen möchten und können.
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